DDR-PLANUNGSGESCHICHTE
Portal des IRS Erkner zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR
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Wilfried Stallknecht

stallknecht-kollektivDer vielseitige Berliner Architekt Wilfried Stallknecht (geb. 1928) war wesentlich an der Entwicklung der Plattenbauserien P2 und WBS 70 beteiligt, auch entwickelte er interessante alternative Bauverfahren wie den Experimentalbau eines Wohnhauses im Gleitkipp-Verfahren (1973) und wichtige Architekturensembles wie die Wohnungsbauten am Ost-Berliner Leninplatz (1967–70). Darüber hinaus war Stallknecht als Stadtplaner unter anderem bei der Neugestaltung der historischen Innenstadt von Bernau als »sozialistische Musterstadt« (1972–84) sowie als Innenarchitekt und Möbeldesigner tätig.

engler-stallknecht-buchcoverAls Ausgangspunkt der Beschäftigung mit der Biographie von Wilfried Stallknecht kann die Frage dienen: Gab es in der DDR überhaupt Architekten? Diese Frage wurde – nicht nur rhetorisch – 1990 in der renommierten Architekturzeitschrift arch+ aufgeworfen. Nun, selbstverständlich gab es Architekten und Planer in der DDR, die allerdings in sehr besonderen institutionellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen tätig waren und – übrigens auch in der DDR selbst – kaum bekannt waren. Daher das Anliegen des IRS, sich mit dieser weithin unbekannten Personengruppe eingehender zu befassen und somit der ostdeutschen Architektenschaft ein Gesicht zu geben.

Das IRS hat sich in einem mehrjährigen Projekt eingehend mit Stallknechts Leben und Werk beschäftigt. Daraus gingen eine Lehrveranstaltung an der BTU Cottbus, eine Ausstellung und die Monographie Wilfried Stallknecht und das industrielle Bauen. Ein Architektenleben in der DDR von Harald Engler (erschienen 2014) hervor, die auf viel Beachtung gestoßen ist.

 

Literaturhinweis
    • Harald Engler, Wilfried Stallknecht und das industrielle Bauen. Ein Architektenleben in der DDR, Berlin 2014

 

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