DDR-PLANUNGSGESCHICHTE
Portal des IRS Erkner zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR
MENU

Die Rekonstruktion des Prenzlauer Bergs denken:
Der Skandal um form+zweck (1983)

Die führende ostdeutsche Fachzeitschrift Architektur der DDR war kein Forum kritischer Debatten. Anfang 1983 erschien hingegen ein Heft der angesehenen DDR-Designzeitschrift form+zweck, das – in unter den damaligen Bedingungen mutiger Weise – dem Umgang mit der Altbausubstanz im Prenzlauer Berg gewidmet war. Unter anderem in diesem Berliner Stadtteil, der DDR-weit als Bohèmeviertel galt, wurden um 1980 pilotweise Gründerzeitbauten instandgesetzt, insbesondere am Arnimplatz. Über Anfänge hinaus konnte dieser sinnvolle Ansatz jedoch unter den bestehenden Verhältnissen nicht verfolgt werden.

Die Autoren des Themenhefts Innerstädtische Rekonstruktion strichen aus theoretischer wie praktischer Perspektive den hohen Wert des vorhandenen Stadtraums heraus und sprachen sich für dessen selbstbewusste Aneigung durch die Bewohner aus. Dem Deutungs- und Führungsanspruch der SED lief dies klar zuwider. In der Folge wurde die Redaktion von form+zweck entlassen und verloren auch einige Beiträger des Hefts ihre Stellen. Parallelen zur Veröffentlichung des »Müggelturmgesprächs« durch Bruno Flierl in der Deutschen Architektur genau 20 Jahre zuvor drängen sich auf, und tatsächlich stand die Redaktion in Kontakt mit Flierl.


»Von sozialen Problemen ausgehen«: Einführung des Chefredakteurs Hein Köster
transparenz-der-zeichen
»Transparenz der Zeichen«: Beitrag des Stadtsoziologen Fred Staufenbiel

»Kunstwerk Schönhauser?«: Beitrag des Architekturkritikers Wolfgang Kil

Das vollständige Heft 1/1983 von form+zweck ist auch zugänglich unter http://digital.slub-dresden.de/id416501729-19830010.

 

Literatur